Hin ins Kino und zurück

Illustration des Themas: Zauberer, Elfe, Zwerg und Ring auf einer Leinwand.
Der Hobbit 3 als „Triple-Feature“ in 3D

Der Untertitel könnte auch lauten: „Das Abenteuer einer Kino-Nacht“. Nach langer Zeit habe ich mal wieder etwas für die Kategorie Filme beizusteuern. Der findige Fantasy-Fan wird der Überschrift längst entnommen haben, dass ich mich dabei einem Film aus dem Hause Jackson basierend auf Tolkiens Werk widme. :-)

Der dritte und letzte Teil der Hobbit-Reihe läuft seit heute in den Kinos. Nachdem mir die Wartezeit zwischen den einzelnen Teilen von „Der Herr der Ringe“ stets zu lang war, habe ich bei der aktuellen Trilogie die Taktik geändert. Diesmal habe ich mir einfach gesagt, dass ich die Filme erst dann ansehen werde, wenn der letzte Teil draußen ist. Ich habe also die letzten Jahre eisern jeden Trailer gemieden, war nicht im Kino und habe mir auch keine DVD angeschafft bzw. ausgeliehen – nichts dergleichen. Vor einer Weile hat dann mein älterer Bruder Karten fürs „Triple-Feature“ organisiert, was das Nachholen für mich wesentlich vereinfachen sollte. Du weißt nicht was das für eine Veranstaltung sein soll? Nun, da laufen am Vorabend des Premierentages die beiden ersten und um Mitternacht startet dann der dritte Teil. Verrückt, aber durchaus lustig! :cool:

Meine Eintrittskarten zum „Triple-Feature“
Meine Eintrittskarten

Ja, ich habe es also durchgehalten. Gestern nach Feierabend ging es dann ohne große Umschweife direkt zum Kino. Veranstaltet wurde das Event vom IMAX im Sony Center. Ein eigentlich perfekter Ort dafür: Ledersitze mit genügend Platz für jeden einzelnen Zuschauer, mächtige Soundanlage, … – Es versprach ein im wahrsten Sinne des Wortes fantastisches Erlebnis zu werden.

Der erste Teil war nett gemacht. Vieles aus der inhaltlich ja späteren Trilogie wurde eingebaut. Dr. Watson … äh … ich meine natürlich Martin Freeman :D als Bilbo Beutlin ist eine sehr stimmige Besetzung! Ich habe den Film sehr genossen und der Hunger des zuletzt verfilmten Mittelerde-Werks auf mehr war geweckt.

Doch nach der Pause wurde die Sache dann kompliziert. Der zweite Teil startete mit einer in Gänze grün schimmernden Leinwand. Der Ton war da. – Nicht perfekt, aber da. Gut, aber für ein Hörspiel hatte keiner bezahlt. Doch erst nach etwa 10 Minuten kam man seitens des Veranstalters dann auf die Idee den Film nochmal sauber zu starten. An dieser Stelle war ich zwar leicht verärgert auf Grund der längeren Denkpause zwischen Fehlerbericht und Korrektur. Aber okay, Fehler passieren eben. Dann das: Bilbo klettert auf die Wipfel des Düsterwaldes, atmet durch, will etwas sagen und PENG! Ab jetzt nur noch 2D und ohne Ton. Diesmal dauerte es weit länger bis man seitens der Technik etwas gebacken bekam. Der Pause- bzw. Stop-Button ist wahrscheinlich biometrisch geschützt und nur mit einer Golden-Eye-Disk nebst vier Personen, die exakt gleichzeitig das Alphabet aufsagen, zu bedienen. Nach einem missglückten Versuch das Problem zur Laufzeit zu beheben, wurde neugestartet. Ganz wichtig war der Vorspann mit Hinweis auf die im Kino eingesetzte Technik, den man nicht übersprang. Dann wurde vorgespult. Aber nicht etwa an die Stelle, wo das Filmerlebnis sein jähes Ende fand. Auch nicht an den Punkt, wo man eben unterbrochen hatte. Nein, noch ein paar Minuten danach. Die lautstarken Hinweise und Unmutsbekundungen des Publikums wurden offensichtlich als Zustimmung aufgefasst. Jedenfalls lief der Film (wenigstens einwandfrei) weiter. Und zwar 20 Minuten. Dann wurde an die Stelle zurückgespult wo man den letzten Fehler festgestellt hatte. Also auch nicht zu eben detaillierter beschrieben Szene, sondern zum Ende des Kampfes gegen die Spinnen. (Ich bleibe mal ungenau, um für die wenigen, die die Geschichte noch nicht kennen, nicht zu viel vorweg zu nehmen.) Also sahen wir wieder ein Stück mehr und dann die 20 Minuten, die wir ja gerade schon gesehen hatten. :sleep: Zwischenzeitig war das Bild auch mal ganz in rosa getaucht. Ich weiß aber nicht mehr mit Bestimmtheit bei welcher der genannten Pannen das der Fall war.

Nun ja, wenigstens blieben dann weitere Pannen aus. Teil 2 war allerdings erst kurz nach Mitternacht vorbei. Zur Belohnung, den Vorführer nicht administrativer Bestrafung unterzogen zu haben, kriegten alle Zuschauer ein Schälchen Eiskonfekt. Da hat man mal richtig tief in die Tasche gegriffen bei einem gelind gesagt unglücklich vorgeführten Film. :mad: Glücklicherweise blieben, wie gesagt, weitere Unfälle aus. Man kürzte die Pause zwischen Teil 2 und 3 einfach, weil ja ein vollbesetzter Kinosaal so gut wie niemanden drei Stunden beheimatet, der anschließend vielleicht vor einer weiteren 3h-Session eventuell den Sanitärbereich aufsuchen möchte. Aber so hielten sich wenigstens die Überstunden beim Personal weiterhin in den kalkulierten Grenzen. :applaus:

Unterm Strich fehlen mir jetzt ca. 10 bis 15 Minuten des zweiten Teils. Aber ich kann damit vorerst leben. Schließlich kenne ich ja die zugrundeliegende Geschichte. Die Fortsetzung ist wie der Beginn gut gemacht. Wie schon bei „Der Herr der Ringe“ holpert es hier und da bzw. wird man rasant durch die Geschichte gejagt, weil die Zeit einfach nicht ausreicht alles im Film unterzubringen. Ich gehe einfach mal davon aus, dass die jeweilige Extended Version dies zumindest teilweise behebt. Ähnlich wie bei besagtem Vorgänger.

Da Teil 2 durchaus abrupt endet und auch nicht gerade in einer belanglosen Szene, fühlte ich mich im Vermeiden einer einjährigen Wartezeit immerhin bestätigt. :D

Zum nun erschienenen dritten Teil möchte ich natürlich nicht zu viel sagen. Fakt ist, dass es durchaus Sinn macht Teil 2 vorher noch einmal anzusehen. Denn im Gegensatz zu „Der Herr der Ringe“ und den beiden vorangegangenen Teilen des Hobbits, startet der letzte Teil nicht mit einer sanften Einführung, sondern knüpft im wahrsten Sinne des Wortes nahtlos an das Ende des vorigen Films an.
Ähnlich wie bei der anderen Tolkien-Trilogie nimmt die Anzahl der Action-Szenen von Film zu Film zu. Allerdings muss ich sagen, dass es mir beim letzten Hobbit-Teil dann doch gelegentlich auf die Nerven ging.

Alles in allem ist es eine schöne Trilogie geworden. Es lohnt sich für Fantasy-Freunde und natürlich Tolkien-Fans im Besonderen die Filme zu sehen. An „Der Herr der Ringe“ kommt es dennoch nicht heran. – Keiner der drei Teile. Aber das war auch so zu erwarten. Glücklicherweise waren wir in guter Gesellschaft. Das machte die Pannen erträglicher und sorgte dafür, dass es trotzdem eine echt schöne Kino-Nacht war. Vielen Dank an dieser Stelle an meinen Bruder für die Organisation und Koordination von Tickets / Gruppe und liebe Grüße an die beiden anderen. :-)

In diesem Sinne:

Ein Regisseur es zu verrichten,
großartige Darsteller zu finden,
das Publikum in dunkle Säle zu treiben
und ewig zu binden.
:D

(Ob die Filme wohl im Schicksalsberg geschnitten wurden? ;-) )

Teilen macht Freu(n)de!
Comic-Bild Gregor

Über den Autor

Ich bin Fachinformatiker, Berliner und ganz offensichtlich ein verrückter Blogger. Je nachdem überwiegt das ein oder andere.

Wer mehr über mich erfahren möchte, kann dies auf der „Über mich”-Seite tun, das Kontaktformular nutzen oder mich in einem der sozialen Netzwerke aufsuchen:

7 Kommentare zu „Hin ins Kino und zurück

  1. Auch von mir Respekt
    Obwohl, ich habe mir die Teile auch noch nicht angeschaut und die meisten meiner Kumpels drängen darauf ins Kino zu gehen.
    Ich werde noch ein wenig durchhalten, bis die Meisten sich das angeschaut haben. Soviel Geduld muss noch sein :)

    Antworten
  2. Gregor, Dir den Dank! Auch hier schwirrt’s durch die Luft: die Unruhe, die zum Aufbruch drängt, um im Kino den neuen Hobbit zu sehen. Schlachten, Schlachten, Schlachten… oder doch besser zuhause bleiben und den poetischen Tolkien genießen? Der ist wohl nicht so bekannt und unverfilmt (naja: noch) und… ich schreib mal kurz etwas dazu und grüße alle Tolkienfans:

    Tolkiens Blatt von Tüftler ist… nur wenige Seiten stark und voller Melancholie. Keine stürmenden Horden, keine abgeschlagenen Köpfe, stattdessen ein Kleinbauer und seine Passion. Tüftler (Niggle) geht in seiner Malerei auf, im Malen seines Baumes und jedes einzelnen Blattes – gestört durch seinen Nachbarn Paris muß Tüftler reisen und durch die Hölle gehen, um ins Paradies zu gelangen, konsequent seinen Weg verfolgend und seinem Schöpfer Tolkien gleich: denn in den 40er Jahren zweifelte Tolkien daran, daß er sein gewaltiges High-Fantasy-Werk The Lord of the Rings jemals beenden würde (übrigens sprach Tolkien immer nur von einem Roman, nicht von einer Trilogie). Je weiter er schrieb, desto mehr öffneten sich für Tolkien neue Märchenlandschaften – so wie sich dem Tüftler sein Gemälde immer weiter öffnet und er sich darin zu verlieren droht, Vordergründiges hinter sich lassend, sich seinen Weg in Weite und Tiefe suchend. Eben diese Erfahrung verarbeitete Tolkien wohl um das Jahr 1943 zum Blatt vom Tüftler, die wenigen Seiten an einem Tag rasch niederschreibend. Doch wie sein Tüftler findet Tolkien über unzählige Details den (Leidens-) Weg hin zu seinem Bild von seinem Baum und schließlich sogar hin zu diesem Baum, der weit, weit entfernt in herrlicher Landschaft scheinbar so existiert in prachtvoller Einheit und unendlich anmutender Blättervielfalt, wie es sich sein Schöpfer einst ausmalte. Tolkien mußte übrigens nicht nur den Glauben wiederfinden, daß er sein großes Werk um Mittelerde würde beenden können – er mußte auch all das bewältigen, was er im Ersten Weltkrieg erlebte wie die verlustreichste Schlacht jenes Krieges an der Somme: allein an einem Tag verlor er fast alle seine Freunde, und er mußte seinen Weg weitergehen mit Blick auf Leben und Tod, Fegefeuer und Paradies, mit Blick auf unsere Mittelerde und seinen Tüftler.

    Im Internet findet sich das knapp einstündige, vierteilige Hörbuch – Teil 1 : https://www.youtube.com/watch?v=tL1NWl0XkkM

    Nach einer Druckausgabe schaute ich nicht, denn die habe ich noch ;-) von 1982 (Baum und Blatt, Klett-Cotta bei Ullstein).

    Antworten
  3. Deinem Hobbitpost sei’s gedankt: halsüberkopp mußte es nach Kiel gehen, ab ins Dreidrehkino!

    Lange Zeit mochte ich keine Kinobesuche – alte Bestuhlung, knappe Beinfreiheit, schlechte Luft und ebenso schlechte Manieren. Da hat sich doch viel geändert im letzten Jahrzehnt. Kurzum: Kino? Gern. Hobbit? Gern. Also los.

    Eleganterweise überspringe ich mal den Film, möge sich also jeder sein eigenes Bild machen, denn der Inhalt dürfte eh in groben Zügen bekannt sein, und ebenso ist’s klar, daß solch Tolkienverfilmung ein Monumentalwerk ist, ein Feuerwerk der Bilddesigner und Trickspezialisten, der Komponisten und Scriptgirls.

    Scriptgirls? Pardon. Seit Filmende muß ich im Kopf die Fächer wieder neu sortieren. Also, ein Feuerwerk der Komponisten war’s, das natürlich auch. Alles gewaltig. Gewaltige Bauten, gewaltige Berge, gewaltige Heere mit gewaltigen Kriegsbestien in gewaltigen Schlachten – halt die Schlacht der fünf Heere. Auf Tolkienschem Niveau. Man denke vielleicht an die eigenen Kriegseindrücke des Autors, doch das ist ein anderes Thema.

    Womit ich nun nichts verraten habe. Sicher ist’s kein Auenlandwohlfühlfilm mit Glockenspiel und Ringelreihen. Die Stunden werden schon ganz anders gefüllt. Gefühlt.

    Und dann der Moment – der Film endet, man kriecht aus dem Kinosaal, und in Kiel folgt alsbald nach der Filmhöhle der Sturz in ein hellgrelles und grelltönendes Real-life-christmas-shopping-center, ihr Kinderlein kommet… und dann steht man am Eingang dieser Passage und schaut sich um und denkt:

    Wieder achsoviele Orks und achsowenige Elben.

    Antworten
  4. Hallo Hermann!

    Ja, der Kontrast zwischen adventlicher Besinnlichkeit, gepaart mit kriegerischem Kaufrausch steht in einem lustigen Verhältnis zum Kinobesuch. ;-)

    Es freut mich auf jeden Fall, dass es Dir Spaß gemacht hat!

    LG
    Gregor

    Antworten

Schreibe einen Kommentar