Ich oute mich

Mein Avatar als Schatten im Fernsehen
Ich oute mich ;-)

Auch wenn das Jahr sehr arbeitsreich gestartet ist und ich leider viel zu wenig Zeit habe, möchte ich euch kurz etwas gestehen:

Ja, ich habe tatsächlich mal Casting Shows geguckt. Heute wettere ich nur allzu gern dagegen und werde nur noch im Zuge familiär gemeinsamer Zeit dazu genötigt eine explizite Sendung gelegentlich mitzuverfolgen (falls ich mich nicht erfolgreich – beispielsweise zwecks Bloggen – ins Arbeitszimmer abseilen kann). Doch was ist jetzt eigentlich an dieser quasi Jugendsünde so interessant, dass ich euch das mitteilen möchte? – Eine gute Frage, die du dir sicher schon selbst gestellt hast. Aber um das beantworten zu können, muss ich noch ein kleines Stück weiter ausholen.

Im August letzten Jahres habe ich ja bereits etwas zum Thema Musik geschrieben gehabt. Dem ist hinzuzufügen, dass mein eher durchwachsener und weitgehend abseits des Mainstreams liegender Musikgeschmack mich schon vor Jahren dazu brachte Radios zu meiden. Dies hat zur Folge, dass ich was aktuelle Musik und Charts angeht ungefähr den Kenntnisstand eines Radiergummies habe. :D Zu Silvester folterte ich mich quasi selbst. Ich hatte via Social Media erfahren, dass in einer abendfüllenden Musik-Sendung eine meiner Lieblingsbands auftreten würde. Auf Grund dessen, dass das selten der Fall ist, habe ich also erwirkt, dass uns beim Jahreswechsel-Schlemmen diese Sendung den Abend als akustische Untermalung diente.

Ein Foto meiner Eintrittskarte vom angesprochenen Schandmaul-Konzert
Eintrittskarte des unvergessenen Konzertes

Falls du jetzt wissen möchtest, um welche Band es ging, hier ein kleiner Exkurs: Schandmaul. Ich lausche ihren Klängen schon seit vielen Jahren und habe meiner Frau auf einem ihrer Konzerte den Antrag gemacht. Ein Konzert, das insofern Spuren in der Bandgeschichte hinterließ, als dass Stefan, der Schlagzeuger, mit dem ich im Vorhinein via E-Mail in Kontakt stand, vom Norovirus auf der Bühne umgehauen wurde und so nach wenigen Songs ein trommelloses Balladen-Konzert daraus wurde. Ein wahrlich kurioser, aber schöner, Abend! ;-)

Bei besagter Sendung ging es neben wenig Mitdenken erfordernder Unterhaltungen um die Charts des vergangenen Jahres. Für mich also weitestgehend vollkommen neue Lieder. :D Irgendwann – die Platzierung habe ich schon wieder vergessen – kam man also zu einer Interpretin, die mir irgendwie bekannt vorkam. Ich schaute genauer hin und kam einfach nicht darauf woher ich dieses Gesicht kannte. Doch am Ende des Vorstellungsbeitrages wurde dann erwähnt, wie die gute Frau bürgerlich heißt und dass sie vor vielen Jahren an einer Castingshow teilgenommen hat. Ich kam mir vor als hätte Special Agent Gibbs (NCIS) mir einen seiner berühmten Schläge auf den Hinterkopf verpasst. So holte mich also meine düstere Vergangenheit ein. Denn ihre Teilnahme war natürlich in der einen Staffel, die ich – wie eingangs gestanden – aktiv verfolgt hatte.

Screenshot einer E-Mail (Ausschnitt) vom 7.8.2003
Aus den Tiefen des Mail-Archivs

Tja, was soll ich sagen? Auch nach 11 Jahren gefällt mir ihre Stimme noch sehr. Die Rede ist von Senta-Sofia Delliponti, die unter dem Namen Oonagh derzeit in den Charts zu finden ist. Ein tolles Projekt! Ich persönlich würde mich sogar subjektiv so weit aus dem Fenster lehnen zu behaupten, dass sie mit dieser Musik eine deutsche enya ist. Wer mich kennt, weiß, dass ich enya sehr gerne höre. Tja, nun wurde sie – zumindest temporär – in meiner täglich begleitenden Playlist abgelöst. :D
Als kleiner Nachweis, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, habe ich mal geschaut und tatsächlich einen Mail-Dialog bzgl. der Show 2003 gefunden. :eek:

Und weil so ein Beitrag natürlich nicht ohne Akustik auskommt, hier noch ein paar Fundstücke von YouTube in folgender Reihenfolge: Zuerst ein Zusammenschnitt von Sentas Auftritten als junge Dame in der Castingshow vor guten 11 Jahren, dann mein aktueller Favorit aus ihrem Album und zu guter Letzt noch ein Beitrag über Oonagh aus dem Frühstücksfernsehen inkl. Interview & Auftritt. :-)

Interview im Morgenmagazin

Nun ist es also bekannt: Ich habe eine solche Sendung tatsächlich selbst mal verfolgt. Hast du ähnliche Ausrutscher auf dem Kerbholz? Vielleicht haben sie dich sogar auch eingeholt? Schreib mir doch einen Kommentar. Vielleicht bringst du mich ja dazu mal tiefer in meiner Büchse der Pandora meiner Vergangenheit zu buddeln. ;-)

Comic-Bild Gregor

Über den Autor

Ich bin Fachinformatiker, Berliner und ganz offensichtlich ein verrückter Blogger. Je nachdem überwiegt das ein oder andere.

Wer mehr über mich erfahren möchte, kann dies auf der „Über mich”-Seite tun, das Kontaktformular nutzen oder mich in einem der sozialen Netzwerke aufsuchen:

8 Kommentare zu „Ich oute mich

  1. Jeder hat doch seine Ecken mit dunkler Vergangenheit Gregor.
    Gräme Dich nicht, ich gestehe, auch schon von meiner Linie abgewichen zu sein, und Bayern München angeschaut zu haben.
    Und weißt Du warum ich einen PC besitzen darf? Weil mein Eheweib bekennender Fan von diesen Casting-Shows zu sein.

  2. Mit deiner Vergangenheit mit Casting-Shows bist du nicht allein. Habe früher auch mal bei DSDS reingeschaut, und die erste Staffel von Voice of Germany fand ich gar nicht schlecht. Heute schaue ich mir solche Sendungen nicht mehr an.

  3. Jedes Jahr werde ich wieder eingeholt!
    Verfolge das Casting von DSDS !!!!
    Zumindest mit nem halben Auge und einem Ohr
    Das darf man doch mal gucken :))

  4. Hi Gregor,

    sehr schöner Beitrag. Warum? Es geht um Musik, erstens. Und außerdem hast Du das authentisch und daher sympathisch rübergebracht, zweitens. Klasse ist auch, dass Du Beispiele bringst; ich schaue mir die Videos morgen mal an. :)

    Klar habe ich ebenfalls Casting-Shows gesehen. Ich könnte das jetzt als Jugendsünde abtun. Nur würde das kaum den Tatsachen entsprechen. Einerseits ob des zeitlichen Zusammenhangs. Andererseits wegen meines grundsätzlichen musikalischen Interesses.

    Ich schaue bis heute immer noch Casting-Shows. Es gibt ja mittlerweile etliche Formate. Und genau diese Vielfalt mag ich.

    Gespannt warte ich darauf, ob Raab das noch einmal macht. Also jenseits vom Bundesvision Song Contest und so. ;) Er hat ja das Kürzel (DSDS) und das Format an sich zum Teil parodiert:

    „SSDSGPS“
    Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star

    „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“
    Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf!

    Und unabhängig davon noch
    „Unser Star für Oslo“

    Unterm Strich liefen die Castings ihm ähnlich, mit dem Unterschied, dass ich die Teilnehmer größtenteils einfach besser fand. Und dass davon abgesehen wurde, die Teilnehmer durch den Kakao zu ziehen.

    Die Castings haben tolle Sängerinnen und Sänger hervorgebracht.

    Max Mutzke
    Stefanie Heinzmann
    Gregor Meyle
    (Die polarisierende) Lena

    DSDS war und ist natürlich auch mega-erfolgreich. Ob wir Bohlen mögen oder nicht: Der Mann hat halt wie Raab durchaus Ahnung von Musik und besonders vom Musik-Business.

    Um es zu guter Letzt noch einmal deutlich zu kommunizieren: Mit Deinem Outing bist Du in Gesellschaft. ;)

    Ich bin schon gespannt auf Deine nächsten Beiträge.

    Rock on!
    Ing:o)

  5. PS: Ich kann noch ein anderes Outing anbieten. Ich kannte die kleine Senta-Sofia von damals gar nicht mehr. Die Erinnerung ist erst soeben zurückgekommen. Ich kenne Senta aktuell noch — Achtung! — von GZSZ. Ja, ab und zu schaue ich mir diese Soap an. Gern sogar. :´D

  6. Danke für eure Kommentare :-)

    Stefanie Heinzmann fand ich auch cool. Die anderen haben – zumindest musikalisch – meinen Geschmack nicht wirklich getroffen.

    Die Soap-Geschichte von Senta-Sofia habe ich absichtlich unterschlagen, Ingo. Habe davon auch nur aus den Berichten über sie erfahren, da man mich mit derlei Fernseh-Produkten nicht hinterm Ofen vorlocken kann. Mindestens 90% dessen was ich im TV konsumiere stammt aus Übersee.

    LG
    Gregor

  7. Haha, auch ich hab Castingsshows geguckt. DSDS die ersten drei(!) Staffeln sogar mit Begeisterung. Heute weiß ich nicht mehr warum. Vielleicht wegen der vagen Hoffnung, doch nicht nur Mainstream-Gedöns zu hören…aber genau das bieten diese Konserven-Shows ja. Selbst die Show mit den Blind Auditions (dank meiner juvenilen Demenz is mir der Titel entfallen) hat mich nicht gepackt.
    Deinen Musikgeschmack kommentiere ich lieber nicht weiter^^, außer dass er ähnlich crazy ist wie meiner. :)

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