Recherchen und Archiv … Blog Andrews

Mann liest in Buch
Besser mal nachlesen? Quelle: pixabay

Nachdem mir die letzten Themen nicht zusagten und Martin Mißfeldt verständlicherweise in den letzten Wochen mehr mit seinen Renovierungsarbeiten als mit dem #webmasterfriday beschäftigt war, kommt heute mal wieder ein Beitrag meiner Feder zu diesem Projekt.

Die aktuelle Thematik befasst sich mit der Gründlichkeit der Recherche zu einem Blogbeitrag. Wie detailliert sollte also nachgeforscht werden bevor man sich zu einer Materie (schriftlich) äußert? Welche Art von Ermittlung muss angestellt werden?

Darüber hinaus interessiert Herrn Mißfeldt der Umgang mit Quellen. Werden sie angegeben? Wenn ja, wie?

Ich denke, dass dies eine recht komplexe Fragestellung ist. Denn in meinen Augen kann man dies nicht pauschalisieren. In meinem Blog schreibe ich ja grundsätzlich meinen persönlichen Senf zu den unterschiedlichsten Thematiken. Dann gibt es aber auch Autoren, die in ihren Werken einen ganz anderen Informationsanspruch suggerieren.

Zunächst einmal sollte man differenzieren, welche Art Thematik behandelt wird. Wenn jemand sein Online-Tagebuch pflegt, sollten Autor und Leser wohl kaum denselben Anspruch haben wie bei einem Blog, wo Fachbeiträge zu einer bestimmten Materie veröffentlicht werden.

Damit will ich nicht sagen, dass ich mich beispielweise von dem Anspruch fundierter Aussagen freisprechen will. Aber ich kann das nicht mit einem Blog gleichsetzen, das beispielweise Informationen zu einem Smartphone-Betriebssystem veröffentlicht.

Im Folgenden möchte ich dementsprechend auf Fachbeiträge eingehen. Denn nur darin wird ein vehementer Anspruch auf Richtigkeit und umfassende Information erhoben.

Es ist allerdings auffällig, dass dieser Anspruch meiner Meinung nach öfter in Blogs ernsthaft aufgegriffen wird, die nicht direkt von einem Unternehmen betrieben werden. Ich will das nicht generalisieren, es ist einfach mein ganz persönlicher Eindruck und es gibt auch Gegenbeispiele.

Um dem Anspruch meines Untertitels „Nur meine Meinung“ gerecht zu werden, schildere ich in diesem Beitrag auch nichts anderes. Wenn ich also beschreiben will, welche Ambitionen ich von einem fachlichen Beitrag erwarte, muss ich ein wenig stereotypisieren. Meiner Meinung nach gibt es vier Arten von Autoren und daraus resultierenden Fachartikeln:

Kategorie 1 – „Der Bastler“

Mann zeichnet an Tisch
Der Bastler – Quelle: pixabay

Autor X schreibt einen Beitrag darüber wie man Holzsorte Y mit Lack von Firma Z versieht. Dabei werden mit Sicherheit Praxisbeispiele geliefert, die Lesern weiterhelfen, die exakt dasselbe vorhaben. Doch es liegt im Rahmen des Möglichen, dass Leser, die einen anderen Farbhersteller bevorzugen oder ein anderes Material lackieren möchten, ggf. wichtige Informationen nicht erhalten.

Damit meine ich natürlich nicht nur handwerklich orientierte Beiträge. Es geht lediglich um sehr spezielle Vorgänge / Themen, mit denen sich der „der Bastler“ auch selbst abseits des Blogs beschäftigt.

Ich nenne diese Art Autoren liebevoll „den Bastler“, weil sie sich zwar mit einer Thematik ernsthaft auseinandersetzen, aber viel mehr Wert auf die Problematik, die sich beim subjektiven „Basteln im Hobbykeller“ ergeben hat, legen als das große Ganze dabei mit einzubringen. Daraus resultieren durchaus detaillierte Artikel. Aber es werden Fragen gar nicht erst gestellt, die Leser hilfreich fänden, die sich über den Tellerrand hinaus informieren möchten. Das heißt nicht im Umkehrschluss, dass es sich um schlechte Artikel handeln muss. Ganz und gar nicht. Aber sie treffen nur eine sehr geringe Zielgruppe.

Der Recherche-Anspruch liegt hier auf einem detaillierten Vorgang. Es ist meiner Meinung nach nicht notwendig allumfassend nachzuforschen und zu informieren. Es wäre ein Bonus für Leser, deren angestrebtes Ziel vom exakten Anwendungsfall beim Autor abweicht. Aber solange der Autor selbst diesen Anspruch nicht hat und dies auch klarstellt, sehe ich hier kein Problem.

Kategorie 2 – „der Sensationelle“

Fotograf mit großen Teleobjektiv am Spielfeldrand eines Fußballspiels
Schnell Sensation ablichten – Quelle: pixabay

Der Journalist oder Blogger (nein, ich setze das nicht gleich!) erhält eine Information, die möglichst rasch verbreitet werden muss, um auf einer Aufmerksamkeitswelle mit zu schwimmen.

Eine in der Presse – getrieben durch die technischen Möglichkeiten von twitter und Co. – sehr verbreitete Form der Informationsverarbeitung. Hier geht es um Zeit. Dabei bleibt in der Regel aber der Anspruch auf eine Recherche nahezu in Gänze auf der Strecke. Die Nachrichtenticker sind voll von solchen Meldungen.

Problematisch ist das vor allem dann, wenn neben der Recherche an sich auch der Wahrheitsgehalt nicht überprüft wird.

Ich kann meine Abneigung solchen Beiträgen gegenüber nicht verbergen. Mir persönlich ist die Zeit zu schade, das überhaupt zu lesen. Allerdings möchte ich klarstellen, dass ich mit der Qualität dieser Art der Nachrichtenverbreitung nicht auch die Qualität der Autoren gleichsetzen will. Ich habe durchaus Verständnis für den Druck der heutzutage mit Aktualität verbunden ist. Doch mein persönlicher Anspruch bezüglich des Recherche-Aufwands deckt sich selten mit der Realität.

Kategorie 3 – „der Profiler“

Wortwolke zum Thema SEO
Profiling für Profis – Quelle: pixabay

Nein, hierbei sind natürlich nicht kriminologische Analytiker gemeint. Es geht vielmehr um Autoren, die für jemanden oder etwas eine gewisse Reputation aufbauen möchten. Es soll sich also jemand oder etwas profilieren. Ich spreche in erster Linie von unternehmerischen Beiträgen.

Hier geht es darum dauerhaft anhand von Beiträgen ein gewisses Image aufzubauen.

Zum einen gibt es da die oberflächlichen Beiträge. Hier geht es lediglich darum, dass ein Beitrag existiert und möglichst im Zuge einer Recherche zur Thematik im Web gefunden wird. Es soll Fachkenntnis suggeriert werden, ohne diese letztlich nachzuweisen.

Die andere Variante ist ein ausführlicher Artikel, der nicht nur die eigenen Belange berücksichtigt, sondern vollumfassend ein bestimmtes Thema behandelt.

Der Qualitätsunterschied beider Varianten kann durchaus gewaltig sein. Und genauso unterschiedlich ist auch der Anspruch an die Recherche. Das Hauptaugenmerk liegt in der Regel im Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Denn das beste Profil bringt nichts, wenn es niemand zur Kenntnis nimmt.

Ich persönlich bevorzuge als Leser möglichst umfassende Artikel. Natürlich liegt der Recherche-Aufwand weit höher als bei einem oberflächlichen (manchmal dennoch informativen) Beitrag. Dies dann auch noch in Einklang mit dem Marketing-Charakter zu bringen erfordert verschiedene Fähigkeiten seitens des Autors.

Kategorie 4 – „der Passionierte“

Zeichnung: Mann hält Laptop hin. Auf dem Bildschirm steht Experte.
Experten und ihre Expertisen – Quelle: pixabay

Man könnte hierbei auch gemeinhin von „Nerds“ sprechen, würde das aber in meinen Augen irgendwie zu sehr auf die technische Schiene schieben. Ich meine mit dieser Kategorie Autoren, die außerordentlich tief in einer Thematik stecken. Sie schreiben detaillierte Artikel, die kaum Fragen offen lassen. Dabei ist die Gefahr groß, dass Marketinginstrumente und die Aufmerksamkeit seitens der Leser auf der Strecke bleiben. Jedoch besteht hier vom Autor selbst schon ein immens hoher Recherche-Aufwand.

In meinen Augen sind Beiträge dieser Kategorie in gewisser Weise wahre Schätze!

Fazit zum Thema Recherche

Ich denke, dass der Aufwand, der der Recherche zuteilwerden muss, stark vom Informationscharakter eines Beitrags / Blogs abhängt. Dabei spielen verschiedene Fragestellungen eine Rolle. „Was muss mein Leser wissen, um den Beitrag nachvollziehen zu können?“, „Gibt es Alternativen?“, „Was haben andere bereits dazu gesagt / geschrieben?“ und vieles mehr. Mit einer gründlichen Recherche steht und fällt die Qualität eines Artikels.

Wer also einen Beitrag über die Möglichkeit einen Handy-Akku aufzuladen schreibt, sollte darüber nachdenken, inwieweit es sinnvoll ist, dabei nur sein aktuelles Gerät zu berücksichtigen. Denn vielleicht gibt es ja Dinge, die man nur bei alternativen Telefonen berücksichtigen muss. Oder gibt es eventuell unterschiedliche Stecker / Kabel, die beachtet werden könnten, wenn man ein Smartphone eines anderen Herstellers mit Strom versorgen möchte? – Das soll ein stark vereinfachter Denkanstoß sein, mit dem ich die unterschiedlichen Ergebnisse gemessen am Recherche-Aufwand verdeutlichen möchte.

Quellenangaben ja / nein / wie

Foto einer Thermalquelle
Eine ganz heiße Quelle – Quelle: pixabay

Aus einer Recherche ergibt sich ganz natürlich, dass das Ergebnis auf dem Gefundenen aus unterschiedlichen Quellen beruht. In jeder herkömmlichen Schriftform von A wie Aufsatz, über H wie Hausaufgabe bis Z wie Zusammenfassung ist es üblich spätestens am Ende die verwendeten Quellen aufzuzählen. Doch wie sieht das bei einem Blogbeitrag aus?

Ich denke, dass hier genau dieselben Regeln der Transparenz gelten wie sonst auch. Denn erst wenn Leser nachvollziehen können, dass der Text a) gründlich recherchiert wurde und b) der Autor sich nicht scheut zuzugeben, woher er sein Wissen bezieht, kann auch eine gewisse Komponente einer Vertrauensbasis geschaffen werden. Ganz abgesehen davon hat das auch etwas mit Fairness gegenüber den Urhebern der Quellen zu tun.

Jedoch möchte ich klarstellen, dass Quellen nicht mit Zitaten gleichzusetzen sind. Denn Zitate müssen ohnehin direkt gekennzeichnet und mit dem Urheber versehen werden!

Ich persönlich finde, dass bei meinen Beiträgen eine separate Liste irgendwie optisch aus dem Rahmen fallen würde. Das heißt aber nicht, dass ich Quellen unterschlage. Alles was als Zusatzinformation dienen kann und / oder mir als Quelle dient, verlinke ich grundsätzlich an passender Stelle. Das hat in meinen Augen auch den Vorteil, dass der Bezug zum zugehörigen Kontext geschaffen wird.

Meine Recherchen

Ich persönlich habe unterschiedliche Ansprüche an die Recherche zu meinen Beiträgen. Das hängt in allererster Linie damit zusammen, dass ich fast ausschließlich unterhalten (in jeglicher Fassette des Wortes) und nicht informieren möchte. Doch im Falle dessen, dass ich Dir Wissen in irgendeiner Form zu vermitteln versuche, kannst Du davon ausgehen, dass mein Aufwand das einfach Nachschlagen auf Wikipedia und der ersten Seite eines Suchmaschinen-Ergebnisses übersteigt. ;-)

Für diesen Artikel allerdings, muss ich gestehen, habe ich keinerlei Recherche mit Ausnahme passender Illustrationen betrieben. Allerdings gefühlt zwei Drittel gefühlte 50 Mal komplett umformuliert und ausgetauscht. Warum? Weil ich jeden Tag zahlreiche Beiträge unterschiedlichster oben genannter Kategorien konsumiere und so meine Meinung auch ohne weiteres Nachschlagen kundtun zu können denke. :D

Ich erhebe allerdings auch keinerlei Anspruch auf absolute Richtigkeit. Es ist lediglich meine ganz persönliche Meinung darüber.

Welche Ansprüche stellst Du an die Recherche? Welche an mich und meine? Bist Du mit dem was ich hier veröffentliche zufrieden? Gebe ich Deiner Meinung nach ausreichend Hinweise auf Quellen? Schreib mir Deine Meinung doch als Kommentar. :-)

Comic-Bild Gregor

Über den Autor

Ich bin Fachinformatiker, Berliner und ganz offensichtlich ein verrückter Blogger. Je nachdem überwiegt das ein oder andere.

Wer mehr über mich erfahren möchte, kann dies auf der „Über mich”-Seite tun, das Kontaktformular nutzen oder mich in einem der sozialen Netzwerke aufsuchen:

2 Kommentare zu „Recherchen und Archiv … Blog Andrews

  1. Hallo und Moin Gregor,
    auf meinem Blog ist es auch nicht unbedingt notwendig eine umfassende Recherche zu betreiben, weil genau wie bei dir nur meine eigene Meinung wiedergegeben wird und ich den Leser unterhalten möchte.
    Aber es gibt eben Artikel oder Themen, da erachte ich es als Pflicht des Autor eine umfassende Recherche anzustellen, so wie z. B. bei meinen Artikeln über Alkohol, die eine Mischung aus eigenen Erlebnissen und Meinungen sind und Fakten beinhalten (und die sollten schon stimmen und nicht an den Haaren herbei gezogen sein).

    Danke für deinen Artikel, wie immer in deinen sehr guten unterhaltsamen Schreibstil.
    Einen schönen Wochenanfang
    LG Ede

  2. Hallo Ede,

    entschuldige bitte die späte Antwort. Habe ich krankheitsbedingt bisher verschwitzt.

    Wenn du solche Artikel schreibst, könntest Du beispielsweise Links zu weiterführenden Informationen hinzufügen. Das sind ja letzten Endes für Dich auch Quellen gewesen. :-)

    LG
    Gregor

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