Vom Wünschen

Ich bin – schon vor einer Weile – über ein sehr interessantes Projekt gestolpert. Ähnlich wie bei einer herkömmlichen Blogparade oder zum Beispiel dem #webmasterfriday gilt es nach einer Vorgabe etwas zu verfassen.

Jedoch sehe ich im *.txt-Projekt von Dominik Leitner eine ganz andere Art Potenzial und Spaß. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich keine Blogparaden mag. Sicher nicht! Aber Dominik treibt die Freiheiten der Autoren auf die Spitze:

Zunächst einmal gibt er mit drei Wochen einen auch für vielbeschäftigte Leute wie mich angenehmen Zeitrahmen vor. Aber das ist natürlich noch nicht das Besondere. Nein, er macht darüber hinaus nur eine einzige wirklich unumstößliche Richtlinie vor: Ein Wort!

Ja, Du hast Dich nicht verlesen. Es gibt kein Thema im üblichen Sinne. Es wird auch keineswegs festgelegt was man daraus kreatives machen sollte. Es geht nur darum anhand eines einzigen Wortes etwas zu erschaffen. Dabei kann es sich um eine Kurzgeschichte handeln oder vielleicht eine Liste mit Büchern, die mit diesem Wort zu tun haben, oder ein Foto, was sich abstrakt oder nicht damit auseinandersetzt – der Fantasie sind absichtlich keine Grenzen gesetzt. Theoretisch muss nicht einmal das Wort selbst vorkommen.

Ich finde das großartig! Leider habe ich vom ersten Wort zu spät erfahren, sodass ich es zeitlich nicht mehr auf die Reihe bekommen habe, etwas dazu zu schreiben. Ich werde das aber nachreichen. Allein schon der Vollständigkeit halber. :-)

Dieses Projekt wäre sicherlich auch etwas für meinen Kollegen Ingo „Kreativstapler“ Dinger!

Doch ich will Dich gar nicht länger auf die Folter spannen und komme auf den Punkt. – Oder besser gesagt zum zweiten Wort des Projektes:

wünschen

Ich habe die letzten Wochen viel hin und her überlegt. Mir ist einiges eingefallen was ich machen könnte. Heute Abend dann habe mich dazu entschlossen mich seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder an einem Gedicht zu versuchen.

Es ist wahrlich lange her, dass ich zum letzten Mal etwas gedichtet habe, was über „Reim dich oder ich fress dich“ hinaus ging. Aber ich denke – gemessen an der Abstinenz zur Lyrik – ist es kein schlechter Anfang einer vielleicht in Zukunft öfter hier zu lesenden Form:

Vom Wünschen

So mancheiner wünscht sich Geld,
weil ihm die Illusion gefällt,
sich fortan weithin sorgenfrei
zu kaufen wonach der Sinn grad sei.

Ein and’rer wünscht sich nur die Liebe,
sodass er nicht alleine bliebe.
Damit dann einst in Zweisamkeit
ein seelig‘ End‘ ihm prophezeit.

Der Nächste wünscht sich das zu finden,
was man nennt körperliches Wohlbefinden.
Er ist zu jeder Anpassung bereit,
die ihn nur fern hält von dem Leid.

Und wieder einer wünscht Ruhm und Ehre,
dass ihn ein jeder stets begehre.
Ein Held zu sein, das ist sein Ziel.
Im Mittelpunkt von jedem Spiel.

Dann kommt einer und wünscht sich Glück,
denn jedes Mal da fehlt ein Stück.
Das Schicksal ist sein ärgster Feind,
denn hat’s ihm Glück zumeist verneint.

Doch dann kommt wer, man kennt ihn nicht.
Er trägt ein strahlend lächelndes Gesicht.
Die Ander’n schau’n sich fragend an,
ob einer wohl erraten kann,
was dieser eine anders macht.
Er dreht sich um und lacht!

Er nämlich, er wünscht sich nichts;
er ist der Wunsch dieses Gedichts!

Nun wünsche ich Dir einen angenehmen Abend und einen guten Start in ein erholsames Wochenende! :-)

Comic-Bild Gregor

Über den Autor

Ich bin Fachinformatiker, Berliner und ganz offensichtlich ein verrückter Blogger. Je nachdem überwiegt das ein oder andere.

Wer mehr über mich erfahren möchte, kann dies auf der „Über mich”-Seite tun, das Kontaktformular nutzen oder mich in einem der sozialen Netzwerke aufsuchen:

8 Kommentare zu „Vom Wünschen

  1. Als wenn ich es nicht besser wusste,
    spricht dort des harten Brotes Kruste.
    Doch sind die Worte weise gewählt,
    weshalb man gemeinhin vom „Weisbrot“ erzählt ;D

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