Leb wohl, mein Bruder!

Foto eines in den Winnetou-Filmen vielfach verwendeten Flusses
Erinnerungen…
Quelle: pixabay

Heute hat ein Held meiner Kindheit die Bühne endgültig verlassen. Pierre Brice hat im Alter von 86 Jahren die letzte Reise in die ewigen Jagdgründe Manitus angetreten.

Es steht außer Frage, dass Karl May mit seinen Geschichten etwas Großartiges geschaffen und ganze Generationen geprägt hat. Doch die verfilmten Versionen mit dem sympathischen Franzosen in der Rolle Winnetous erreichten Millionen von Menschen auf der ganzen Welt auf ihre eigene Weise.

Es wurden moralische Grundsätze für ein friedliches Miteinander mit Hilfe eines beliebten Genres gekonnt in Szene gesetzt – eine Form der Unterhaltung wie man sie dieser Tage nur noch selten auf der Leinwand findet.

Foto eines Regalfachs mit einigen Karl May Büchern
Karl May Sammlung
Foto von Michael Schubert

Pierre Brice gehörte zu den Schauspielern, die mit ihrer Paraderolle so eng verknüpft wurden, dass weitere Erfolge ähnlicher Art gar nicht mehr möglich gewesen wären. Doch diese Liebe zum Indianer-Häuptling beruhte ganz offensichtlich auf Gegenseitigkeit.

Wie gesagt, für mich war er ein Held meiner Kindheit und Jugend. Ohne Winnetou und Old Shatterhand hätte ich in dieser Zeit wahrscheinlich einen anderen Berufswunsch als Cowboy und Indianer gehabt.

Foto von drei Hörspiel-Kassetten zu den Winnetou-Filmen
Geliebte Raritäten

Wenn Idole aus jungen Jahren sterben, stirbt irgendwie auch immer ein Stück Kind in einem mit der Person. So empfinde ich es jedenfalls. Es ist so wie der flüsternde Sklave auf dem Wagen beim Triumphzug durchs antike Rom: „Bedenke, dass du sterblich bist!

In meinem Herzen wird er weiterhin mit seiner Silberbüchse durch die Prärie Kroatiens reiten im steten Bemühen, dass alle Menschen friedlich und freundlich in Einklang leben.

Leb wohl, mein Bruder!

Old Shatterhand in Winnetou 3

Update:

Ohne bewegte Bilder und Musik sollte man nicht über Winnetou schreiben…

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Comic-Bild Gregor

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10 Kommentare zu „Leb wohl, mein Bruder!

  1. Gut gesagt, Gregor: „Wenn Idole aus jungen Jahren sterben, stirbt irgendwie auch immer ein Stück Kind in einem mit der Person.” Und jetzt müssen wir ohne Winnetou durch die Prärie schleichen… obwohl… naja… falls da ein Manitou mit seinen Stammesbrüdern von oben… wer weiß.

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    • Ob nun die Glocken von Santa Fe zum Gebet rufen, Manitu seinen Segen gibt – wer weiß. Aber schleichen sollten wir alle gemeinsam, Hermann! :-)

  2. Freddy Kaydahzinne (65) der echte Medizinmann der Mescalero-Apachen äußerte in einem Interview, :“Er sah zwar aus wie ein Araber in den Filmen, und Kanus, Tipis und Tomahawks hatten wir auch nicht. Aber schick war er schon, euer Winnetou.
    Und er hat dafür gesorgt, dass ihr Deutschen da drüben uns alle kennt“.
    Gibt es ein größeres Lob für den verstorbenen Pierre Brice / Winnetou?

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