Ist doch selbstverständlich

Im KaffeeSatz heute Morgen habe ich bereits ganz kurz erwähnt, dass wir manches als selbstverständlich voraussetzen ohne darüber nachzudenken.

Das würde ich gern vertiefen und einfach mal die Frage in den Raum werfen:

Was ist eigentlich selbstverständlich?

Jeden Tag setzen Du und ich Dinge einfach voraus. Wir stützen unser eigenes Tun und Wohlbefinden auf äußere Einflüsse und Bedingungen, über die wir gar nicht weiter nachdenken.

Das soll kein Vorwurf sein. Es liegt irgendwie in der Natur der Sache.

Es fängt schon damit an, dass wir davon ausgehen, dass die Sonne natürlich aufgehen wird. Wir machen uns lediglich Gedanken darüber welches Wetter damit verbunden ist und welche Kleidung diesen Umständen in Kombination mit den geplanten / zu erwartenden Tätigkeiten angemessen ist.

Doch ganz so philosophisch möchte ich an die Frage gar nicht herangehen.

Im KaffeeSatz habe ich die Technik als Aufhänger benutzt. Viele Abläufe werden durch sie vereinfacht, für die noch vor ein paar Jahren ein wesentlich höherer Aufwand erbracht werden musste.

Dabei gewöhnen wir uns dermaßen schnell an die Einfachheit, dass wir kaum mehr einen Gedanken daran verschwenden wie es dazu eigentlich kam. Und manche Leute wissen die Errungenschaft und den Weg dorthin selbst dann nicht wirklich zu schätzen, wenn sie davon erfahren.

Aber auch zwischenmenschlich sind Selbstverständlichkeiten ein sehr sensibles Thema.

Dabei ist es egal, ob wir das jetzt privat oder beruflich betrachten. Selbst bei uns vollkommen unbekannten Menschen setzen wir ganz automatisch gewisse Dinge voraus und sind enttäuscht, wenn nicht das eintrifft, was wir wortlos erwartet haben.

Ich weiß nur allzu gut, wie schwer es ist, sich in dieser Enttäuschung zu hinterfragen. Oftmals bleibt es aus. Doch unterm Strich sollte man es tun.

Was soll man denn hinterfragen, wenn es doch um Selbstverständlichkeiten geht?

Nun, ganz einfach: Ob der Gegenüber das auch als selbstverständlich betrachtet. Was macht das Erwartete denn selbstverständlich?

Des Pudels Kern liegt offen vor Deinen Augen – nämlich im Wort.

Du selbst verstehst es so – und nur Du selbst. Auch wenn andere oder ein Großteil der Menschen, die Du kennst, derselben Auffassung sind, so versteht eben nur diese Gruppe selbst etwas als selbstverständlich.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es ein allgemeingültiges Prinzip ist!

Wie so oft im Leben liegt der Schlüssel zu einem gelungenen und für alle Beteiligten Umgang (damit) in der Kommunikation.

Man muss sich selbst hinterfragen, aber auch diejenigen fragen, von denen man scheinbar enttäuscht ist. Das jeweils subjektive Verstehen abgleichen und so gegenseitiges Verständnis schaffen.

Das funktioniert allerdings nur mit zwei sehr wichtigen Komponenten, die ohnehin eine große Bedeutung haben:

Ehrlichkeit und Dankbarkeit.

Denn zum einen müssen wir ehrlich zu uns selbst sein. Wir müssen begreifen, dass nicht jeder dasselbe als selbstverständlich versteht. Dann müssen die Beteiligten ehrlich miteinander darüber reden. Denn falsche Höflichkeit oder andere Unwahrheiten verfälschen das Bild ansonsten wieder auf ihre Weise.

Für alles, was wie selbstverständlich abläuft, sollten wir auch entsprechend dankbar sein. – Genauso aber auch für den erwähnten kommunikativen Abgleich.

Und nicht zuletzt liegt in der Reflektion das Verstehen von sich selbst – also dem eigenen Handeln, der Intention, die dazu führte.

Okay, jetzt bin ich doch ein wenig Richtung Philosophie abgerutscht. ;-)

Was also, frage ich, ist selbstverständlich?

Nichts!

Und doch wieder das, was Du selbst darunter verstehst. – Aber eben für Dich und nicht für alle.

Ich ertappe mich immer wieder dabei auch hier rund um den Blog manches als selbstverständlich zu betrachten. Und es gibt dann Momente, wo ich mal sanft, mal weniger darauf hingewiesen werde, dass es das eben nicht ist.

Es ist beileibe nicht selbstverständlich, dass Du diese Zeilen hier gerade liest! Und solltest Du zum wiederholten Mal hier sein, ist es das auch nicht.

Ganz zu schweigen davon, dass Du mir vielleicht in den Sozialen Netzwerken folgst und vielleicht auch mal dort oder hier einen Kommentar, ein Like, ein +1 zukommen lässt – oder gar meine Beiträge teilst!

Deshalb möchte ich Dich mit dem Folgenden in einen hoffentlich für Dich schönen Sonntag entlassen:

Danke für Deine Aufmerksamkeit! Danke dafür, dass Du mich mit Feedback an Deiner Auffassung teilhaben lässt und mir damit hilfst! Vielen Dank auch dafür, dass Du es anderen weitersagst, wenn Dir meine Texte gefallen! Danke, dass Du mir Deine Zeit schenkst und ich Dich unterhalten darf!

Danke in verschiedenen Sprachen
Vielen lieben Dank! Quelle: pixabay
Comic-Bild Gregor

Über den Autor

Ich bin Fachinformatiker, Berliner und ganz offensichtlich ein verrückter Blogger. Je nachdem überwiegt das ein oder andere.

Wer mehr über mich erfahren möchte, kann dies auf der „Über mich”-Seite tun, das Kontaktformular nutzen oder mich in einem der sozialen Netzwerke aufsuchen:

2 Kommentare zu „Ist doch selbstverständlich

  1. Hallo Gregor,

    vielen Dank für Deinen Beitrag.

    Ehrlichkeit sowie Dankbarkeit halte ich in dem Zusammenhang ebenfalls für wichtig. Beiden geht meines Erachtens die Bereitschaft und auch die Fähigkeit voraus, miteinander zu kommunizieren.

    Und was ist dann wiederum wichtig? Das System, genau. Also das Drumherum, in dem wir Erwartungen haben oder solche erfahren.

    In der Familie setzen wir andere Maßstäbe als im Beruf. Unter Freunden gibt es andere — vermeintliche — Selbstverständlichkeiten als unter Eltern und Kindern und so weiter.

    Na ja, ich werde jetzt mal besser an der systemtheoretischen Oberfläche bleiben. ;) Wer Luhmann und Habermas lesen möchte, kann das ja machen. Interessant ist es für alle, die sich dafür interessieren. XD

    Ein anderer Ansatz wäre der theatrale. Die ganze Welt ist eine Bühne. Mit unterschiedlichen Bühnen-Bereichen, Aufführungen, Stücken, Themen, Rollen, einem unterschiedlichen Rollen-Verständnis und unterschiedlichen Schauspiel-Qualitäten (frei nach Goffman).

    Liebe Grüße
    Ing:o)

    • Hallo Ingo,

      wohl wahr. Je nach Umgebung und Selbstverständnis heraus, ändern sich Variablen und damit Maßstäbe. Logisch. (Und dem Programmierer nicht fremd :D )

      Kommunikation ist der Generalschlüssel allen Miteinanders. Das steht vollkommen außer Frage!

      LG
      Gregor

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