Stille

Die Pause ist vorüber. Was sie gebracht hat, kann ich noch nicht sagen. Aber dazu wird es an anderer Stelle demnächst etwas mehr geben.

Heute möchte ich mit einer der offenen Fragen aus dem Adventskalender 2015 beschäftigen. Dass deren Thema in Widerspruch zu den hier in Berlin heute zu erwartenden Ereignissen steht, finde ich zudem auch irgendwie wieder passend. :-)

Die Fragestellung, um die es gehen soll, kommt von Annette:

„Was bedeutet Stille für Dich? – Äußere und innere Stille – wie gehst Du damit um? Hast Du immer Stöpsel im Ohr, läuft immer ein Radio? Führst Du dauernd Selbstgespräche oder ist einfach mal Ruhe, Stille?“

Stille – nun, diese Geräuschlosigkeit macht mir ehrlich gesagt eher Angst.

Ich bin ein Kind der Großstadt und sozusagen mit einem ständigen Geräuschpegel groß geworden. Es ist wie eine Art Grundrauschen oder das Lagerfeuerknistern auf einer LP.

Stille macht mich eher nervös, weil es eben so ungewöhnlich ist.

Ein schönes Beispiel:

Vor vielen Jahren war ich logischerweise immer wieder bei meiner damaligen Freundin zu Besuch. Sie lebte zu dieser Zeit in einem sehr idyllischen Ort in der Eifel. Ich habe lange gebraucht um dort vernünftig einschlafen zu können. Das lag schlicht und ergreifend daran, dass dort nachts bis auf klitzekleine Laute absolut nichts zu hören war.

Die einzige Situation, in der ich Stille tatsächlich genießen kann, ist in trauter Zweisamkeit. Wenn kein Wort, kein Laut notwendig ist. Wenn die Augen, Mimik, Gestik, Berührungen alles sind und alles sagen.

Doch das bezog sich jetzt alles auf äußere Stille. Annette fragte aber auch nach der inneren.

Nun, innere Stille ist für mich ein regelrechter Alptraum. Ich lausche pausenlos dem was in mir ist. Vielleicht höre ich nicht immer darauf, aber es ist mir wichtig zu wissen was und auch dass dort etwas ist.

Insofern bedeutet innere Stille für mich etwas endgültiges, Leere, das Ende.

Was mache ich um Stille zu vermeiden?

Ach, viele Wege führen nach Rom. ;-)

Und sein wir doch mal ehrlich: Es ist nicht weiter schwer für einen gewissen Geräuschpegel zu sorgen.

Wenn Du hier schon eine Weile vorbeischaust, weißt Du, dass ich nicht nur gerne Musik höre oder Konzerte besuche. Ich höre auch leidenschaftlich gerne Hörbücher und Hörspiele.

Radio höre ich übrigens äußerst ungerne. Das habe ich irgendwann in den 90ern aufgegeben. Ich habe gern die Playlist selbst in der Hand. ;-)

Ein Selfie von mir auf dem Weg in den Feierabend
Da lachen Sonne und Gregor auf dem Weg in den Feierabend

Dementsprechend habe ich natürlich unterwegs auch fast immer Stöpsel in den Ohren, um bei der Fragestellung von Annette zu bleiben.

Für mich ist es allerdings wichtig, dass Nebengeräusche eine gewisse Konstanz haben – gerade, wenn ich mich konzentrieren muss / möchte.

Denn mein Problem ist, dass ich nicht besonders gut darin bin akustische Dinge auszublenden.

Ich kann problemlos beim Schreiben einen Film nebenher laufen lassen. Der ist dann zwar eher ein Hörspiel, aber er ist eine konstante Begleiterscheinung und – ich kann es Dir nicht wissenschaftlich erklären wieso – gibt mir irgendwie eine gewisse Form der Konzentration aufs Wesentliche.

Beim Arbeiten zum Beispiel höre ich auch sehr viel Musik oder anderes. Es unterstützt mich einfach. Während ein Telefonat im Hintergrund wieder zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Das ist irgendwie zu lebendig.

Es ist eben eher ein Schaffen einer separaten Welt für den Moment.

Du siehst, es fällt mir schwer das konkret zu beschreiben. Und die meisten Menschen halten meine Art der Untermalung eher für eine störende Ablenkung. Aber wir sind eben doch alle verschieden. :-)

Bleibt noch der Punkt mit den Selbstgesprächen.

Nun, Dialoge mit mir selbst führe ich definitiv nicht!

Aber, wenn ich allein bin, kommt es schon vor, dass ich einfach laut denke.

Zählt das schon als Selbstgespräch? – Wenn ja, dann mache ich es wohl doch. :D

Wie sieht es bei Dir aus? Magst Du Stille? Wie gehst Du damit um? – Schreib es mir doch in die Kommentare!

Bis zur stillen Nacht ist es noch ein ganzes Stück hin. Aber ich wünsche Dir einen sonnigen und akustisch für Dich angenehmen Sonntag! :-)

Comic-Bild Gregor

Über den Autor

Ich bin Fachinformatiker, Berliner und ganz offensichtlich ein verrückter Blogger. Je nachdem überwiegt das ein oder andere.

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