Zwei Träume, eine Liebe, ein Schicksal

Kennst Du das, wenn Du Dir einen Film anschaust und das Gefühl hast, er zieht Dir emotional den Boden unter den Füßen weg?

Ich bin ein Gefühlsmensch und habe kein Problem damit, dazu zu stehen, dass ich bei manchen Filmen Taschentücher in Reichweite haben muss. Im Gegenteil, ich finde es schön, wenn mich ein Film, ein Lied, eine Geschichte so berührt, ich das so nah an mich heran lassen kann.

Wir sprechen oft von Schlüsselerlebnissen oder Schlüsselmomenten. Und ich finde, dass alles, was das Herz erreicht, eben über einen solchen Schlüssel verfügen muss, um dorthin zu gelangen und zu berühren.

Der Film, von dem ich Dir erzählen möchte, stand bei mir schon eine Weile auf dem Zettel. Ich habe vor ein paar Monaten einen Trailer gesehen. Und selbst in diesen knapp 2,5 Minuten kullerten schon Tränen. Mir war klar, dass ich den Film sehen will.

Neulich habe ich ohnehin gerade ein paar Dinge bestellen müssen und habe zugegriffen.

Trotzdem habe ich ihn noch eine Weile eingeschweißt liegen lassen, weil ich wusste, dass ich daran zu knabbern haben werde.

Foto der DVD „Wenn ich bleibe“
DVD „Wenn ich bleibe“

Der Film, über den ich Dir hier berichten möchte, trägt den Titel „Wenn ich bleibe“ und erschien 2014.

Die Geschichte erzählt von zwei jungen Menschen, deren Liebe, der Musik, der Familie, dem Leben, Träumen, Plänen und dem Schicksal.

Ja, das klingt dramatisch. Ist es auch. Denn das Leben ist ein Drama mit jedem Auf und Ab.

Auf der einen Seite haben wir Adam. Ein junger, aufstrebender Musiker mit eigener Rockband.

Auf der anderen Seite ist es Mia. Eine junge Cellistin, introvertiert und hoch talentiert.

Die beiden stolpern in der High School in ein gemeinsames Leben. Sie lieben die Musik, sie leben sie. Und sie entdecken gemeinsam die Liebe füreinander.

Doch das, was den Film an dieser Stelle von anderen abgrenzt, ist der Umstand, dass nun nicht nur rosa Herzchen über die Leinwand hüpfen, sondern die komplette Achterbahnfahrt von etwa zwei Jahren ihren Lauf nimmt und mit allem Lachen und Weinen gezeigt wird.

Adams Familie ist seine Band. Mia hingegen hat ein zwar sehr verrücktes, aber doch intaktes Elternhaus bestehend aus ihrem Vater (einst selbst Schlagzeuger in einer Rockband), ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Teddy.

Die Musik spielt so oder so an allen Ecken und Enden eine wichtige Rolle. Und es zeigt auch wunderbar, dass es wenig mit Musikrichtungen zu tun hat. Musik vereint!

Eines Tages, in Portland hat es mal wieder etwas heftiger geschneit, sind die Schulen geschlossen. Die beiden Kinder können also zuhause bleiben. Genauso wie der Vater, der seit er die Band verlassen hat, als Lehrer arbeitet. Die Mutter macht kurzerhand blau und die vier wollen gemeinsam wegfahren.

Doch sie erreichen ihr Ziel nicht. Auf einer Landstraße endet die Fahrt abrupt und damit auch das Leben der Eltern sowie von Mias kleinem Bruder.

Mia selbst liegt im Koma und erlebt alles weitere quasi von außen neben sich stehend.

Nun könnte man meinen, dass das aber eine lange Vorgeschichte ist und der Film damit ziemlich langatmig sein muss, bis dieses einschneidende Erlebnis auftritt.

Logischer Schluss, aber weit gefehlt!

Die Geschichte ist wunderbar aufbereitet. Denn es wird laufend gesprungen. Alles, was vor dem Unfall passiert ist, wird rückblickend von Mia erzählt bzw. erinnert sie sich daran während die Handlung im Krankenhaus ihren Lauf nimmt.

Dieser ständige Wechsel war anfangs leicht gewöhnungsbedürftig, ist aber sehr gut umgesetzt. Das hat zur Folge, dass man immer wieder zwischen dem lebendigen Vorher, der Liebe, der Musik und auf der anderen Seite der Trauer und dem Leid hin und her switcht.

Nun ja, es sorgt damit für einen erhöhten Taschentuchverbrauch, da die Gefühle greifbar transportiert werden und die Achterbahnfahrt so auch den Zuschauer mit auf eine Berg-und-Tal-Fahrt nimmt.

An dieser Stelle vielleicht einmal der Trailer zum Film:

„Wenn ich bleibe“ – So fangen viele Überlegungen und Gedankenspiele an, die Du und ich schon oft gespielt haben. Eine grundlegende Entscheidung gilt es zu treffen und die Argumente für beide Seiten gilt es abzuwägen.

In der Regel fällt diese Entscheidung nie leicht. Egal wie locker die Umstände auch wirken mögen. Denn es ist immer eine Reise ins Ungewisse, die die Frage „Was wäre gewesen, wenn…“ zurücklässt.

Ein Dialog zwischen Mia und ihrer Mutter aus einer der Rückblenden, den ich an dieser Stelle einmal zitieren möchte, spiegelt das meiner Meinung nach schön wider.

Mutter: „Nichts ist normal, Mia. Jede Beziehung ist schwierig, das kannst du mir glauben.“

Mia: „Ja, ich weiß.“

Mutter: „Schiebs nicht auf die Musik!“

Mia: „Ja, aber die Musik ist der Grund dafür, dass wir uns trennen.“

Mutter: „Das ist Blödsinn, Mia! Das weißt du auch!“

Mia: „Aber was soll ich denn tun? – Es macht mich total fertig, verstehst du?“

Mutter: „Du kannst auf die Juilliard gehen und spielst mit Leib und Seele Cello. – Oder auch nicht.
Du kannst bei Adam bleiben und erlebst viele fantastische Abenteuer. – Oder auch nicht.
Vielleicht aber schlägt schon morgen ein Meteor auf die Erde ein. – Oder auch nicht.
Das Leben ist ein einziges, nerviges Durcheinander, Mia. Aber das ist auch das Schöne daran!
Was immer Du tust, unterstütze ich. So oder so, du gewinnst. Und so oder so, es gibt immer etwas, was du verlierst. Was soll ich sagen, Baby? Die Liebe ist ein Luder.“

Und so steht Mia vor eben dieser im Titel des Films angedeuteten Entscheidung. Soll sie als Waise weiterleben? Wie würde das aussehen? Was hält das Leben für sie noch parat, damit es sich lohnt? Oder soll sie lieber loslassen, sich dem Leid hingeben?

Es sind so viele unheimlich wertvolle Erlebnisse und Dialoge, die in diesem Film gezeigt, geschildert und wiedergegeben werden, dass ich am liebsten 90% des Films zitieren möchte. Ich habe mich dafür entschieden eine Szene noch als Video einzubringen.

In dieser Szene ist Mias Großvater an ihrem Krankenbett.

Weißt Du, das wohl schwierigste für uns Menschen ist es, denjenigen, die wir lieben, die Freiheit zu geben sein zu dürfen. Denn nur ein Nebeneinander führt zu einem gesunden Miteinander.

Doch so viel Melancholie bei alledem auch mitschwingt. Der Film beschreibt eine Reihe von Situationen wie wir sie (teilweise) alle schon erlebt haben. Nicht mehr, kein Kitsch, einfach Gefühle!

Und deshalb möchte ich auch mit etwas fröhlichem abschließen!

Hey, ich schreibe hier über einen Film, dessen Geschichte auf Musik aufbaut. Also muss ich ganz obligatorisch auch etwas zum Soundtrack sagen. ;-)

Nun, dass ein Film von Musik erzählt, heißt oft leider nicht, dass der Soundtrack auch eine passende Qualität aufweist.

Bei „Wenn ich bleibe“ ist das glücklicherweise anders!

Musikalisch bzw. stilistisch ist das Werk natürlich genauso durchwachsen wie die Geschichte.

Von Rock bis Klassik ist da sehr viel Schönes dabei. Bewegend, fröhlich, traurig, liebevoll, leidenschaftlich.

Natürlich sind auch die Songs von Adams Band mit im Soundtrack enthalten. – Es lohnt sich!

Das in meinen Augen ( bzw. Ohren :D ) mit Abstand schönste Lied wird auch im Film besonders hervorgehoben:

Sie spielen dort nämlich alle gemeinsam im Garten von Mias Eltern. Die ehemaligen Bandmitglieder ihres Vaters, die Band von Adam und natürlich Mia und Adam. Eine bewegende Szene, die im Film von Mia auch entsprechend kommentiert wird. Und ein toller Song. Quasi ein Stück, das von den verschiedensten Saiten zu betrachten ist. :-)

Da das Lied im Film nicht in voller Länge zur Geltung kommt, will ich Dir das an dieser Stelle aber nicht vorenthalten.
(Bei mir ist es in der täglichen Playlist gelandet.)

Die Mischung aus Schönheit und Leid hat mich tief berührt und ich kann den Film nur jedem ans Herz legen!

Comic-Bild Gregor

Über den Autor

Ich bin Fachinformatiker, Berliner und ganz offensichtlich ein verrückter Blogger. Je nachdem überwiegt das ein oder andere.

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