[Türchen 11] – Ich habe Fehler gemacht!

Eine spannende Frage, die mir Ulrike da gestellt hat.

Und genau das Richtige für einen besinnlichen Adventssonntag – um sich zu besinnen.

Ehrlich gesagt habe ich schon ein paar Mal darüber nachgedacht genau diese Überlegung aufzugreifen, um darüber zu schreiben.

Allerdings habe ich es auch genauso oft wieder ad acta gelegt, weil es doch nicht ganz ohne ist, sich damit konstruktiv auseinanderzusetzen.

„Was würdest du heute in deinem Leben anders machen? Und was ganz genauso? Warum?“

Tja, was wäre, wenn man die Möglichkeit hätte, Dinge aus der Vergangenheit zu ändern, Entscheidungen zu drehen, Taten ungeschehen zu machen?

Zunächst einmal wäre alles darauf folgende anders.

Denn so viel steht mal fest: Alles, was man tut oder auch nicht tut, hat Folgen.

Für einen selbst, für andere, im kleinen und großen Rahmen.

Selbst dann, wenn man versucht eine bestimmte, vermutete Folge zu vermeiden, ist auch das ein Resultat.

Es ist absolut menschlich Vergangenes nochmal im Geiste zu erleben und darüber nachzudenken, was man selbst nach eigener Moral und nun ergebenem Standpunkt für richtig oder falsch hält.

Es ist sogar wichtig!

Denn wer sich seiner Vergangenheit bewusst ist, kann auch genauso bewusst in die Zukunft schreiten.

„Es ist ganz wahr, was die Philosophie sagt, dass das Leben rückwärts verstanden werden muss. Aber darüber vergißt man den andern Satz, dass vorwärts gelebt werden muss.“Søren Aabye Kierkegaard

Ich habe in meinem Leben schlimme Dinge getan, moralisch verwerfliches, böses ausgesprochen, Menschen verletzt und durch meine Entscheidungen belastet.

Und das tut mir leid!

Ich habe Menschen geholfen, Freunde gefunden, einen Sohn, den ich liebe, eine Partnerin, die ich ebenfalls liebe, Dinge geschaffen, Texte geschrieben.

Ich habe geliebt, gehasst, geschimpft, gestreichelt, getragen, betrogen, gearbeitet, gefaulenzt, gelacht, geweint, verletzt, ertragen.

Ich habe gefeiert und getrauert.

Manches mit Recht, manches zurecht, manches aus Willkür – Freud und Leid.

Und es wäre gelogen, würde ich behaupten, dass ich davon nie etwas hätte rückgängig machen wollen.

Doch der, der ich heute bin, das, was ich heute kann, das, was ich heute verstehe, ist die Summe all dessen, was in der Vergangenheit passiert ist.

Du kannst einem Gericht ein Löffelchen Salz mehr dazugeben oder nicht. Selbst, wenn Du den Unterschied nicht schmeckst, so besteht er doch.

Und so komme ich zu der Frage zurück:

Ich würde alles genau so belassen, wie es war!

Warum?

Nun, weil ich nicht wissen kann, was wäre, würde ich auch nur ein Löffelchen Salz hinzugeben.

Und doch möchte ich etwas ändern.

Nämlich das, was ich in meinen Händen habe: Die Zukunft.

Ich möchte stetig aus den Fehlern, die ich gemacht habe, lernen. Ebenso aus den Erfolgen.

Das wird mich keineswegs davon abhalten weitere, neue Fehler zu machen oder Erfolg garantieren.

Doch es lässt mich Gelerntes anwenden und hält in unterschiedlichem Sinne wach.

In diesem Sinne: Ich wünsche Dir und Deinen Lieben einen schönen und besinnlichen 3. Advent. :-)

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Comic-Bild Gregor

Über den Autor

Ich bin Fachinformatiker, Berliner und ganz offensichtlich ein verrückter Blogger. Je nachdem überwiegt das ein oder andere.

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