[Türchen 19] – Das kann ich nicht glauben!

Mein Alter Ego schaut erstaunt auf einen Tisch. Darauf eine Kristallkugel, die im Comic-Stil einen schlafenden Pinguin zeigt, der von seiner Liebsten träumt.
Magie? Übernatürliches?

Es ist Montag und das 19. Türchen öffnet sich. :-)

Die Meinungen zu diesem Wochentag gehen genauso auseinander wie die zum heutigen Thema.

Emma hat mir eine Frage gestellt, deren Beantwortung meinen Slogan „Nur meine Meinung“ durchaus aufgreift.

Denn wir begeben uns heute weg von wissenschaftlicher Argumentation hin zum Glauben:

„Glaubst du an übernatürliche Dinge?“

Der Begriff des Übernatürlichen

Ich sehe schon die ersten Kerzen, Kutten und weitere Ritual-Utensilien bereitlegen.

Doch ist das das, was der Begriff des Übernatürlichen impliziert?

Es scheint oftmals so, wenn man die stereotype Reaktion auf Worte wie dieses als gesellschaftlich anerkannte Antwort nehmen würde.

Ich bin da anderer Meinung.

Ich halte es für falsch sofort an eine Gruppe scheinbar blutrünstiger Hobby-Dämonenbeschwörer zu denken, die sich nachts auf dem nächstbesten Friedhof einfinden.

An dieser Stelle möchte ich kurz das Intro einer Hörspiel-Serie einschieben, die ich persönlich gern habe und im gesprochenen Inhalt des Intros etwas aussagt, was ich danach aufgreifen möchte:

„Wissenschaft und Technik verdrängten den Glauben an das Übernatürliche.“aus dem Intro der Hörspiel-Serie Geisterjäger John Sinclair

Die Menschen sind seit jeher bestrebt, Dinge und Zusammenhänge zu verstehen.

Vermutungen werden zu Erklärungen. Erklärungen werden mit Fakten versucht zu belegen und / oder widerlegt bis man etwas allgemein als Beweis anerkanntes in Händen hält.

Der ungläubige Thomas aus der Bibel ist ein schönes Sinnbild dafür.

Er will nur glauben, dass die anderen Jesus gesehen haben, wenn er die Verletzungen durch die Kreuzigung sehen und sogar berühren könnte, könnte er das auch nicht glauben.

Und genau da liegt des Pudels Kern: Etwas zu glauben hat mit Beweisen zunächst einmal rein gar nichts zu tun.

Denn (an) etwas zu glauben setzt voraus, dass man es als wahr bereits ansieht. Beweise verwissenschaftlichen die Umstände und gehen vom Glauben hin zum Wissen.

Was ist also das Übernatürliche?

Nun, zunächst einmal einfach nur etwas, das wir mit den bisherigen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Technik nicht erklären oder beweisen können.

Etwas, was man nur glauben kann.

Unser Gehirn ist unheimlich komplex und kann Aufgaben bewältigen, die wir uns in unserem alltäglichen Denken nicht vorstellen wollen und / oder können.

Das wiederum ist wissenschaftlich nachweisbar und ich muss schmunzeln, wenn ich mir vorstelle, wie daran geforscht wird, dies zu ergründen.

Denn in gewisser Weise erfordert dieser Wissensdurst den Glauben daran, dass da mehr ist, ohne zu wissen was es ist und wie viel und überhaupt. -- Da beißt sich die Katze selbst ins Reagenzglas. ;-)

Oder nehmen wir doch mal die Wissenschaft und Medizin rund um seelisches Leid.

Ist die Seele nun real oder nicht?

Also, ich habe bis jetzt weder Röntgen- noch Ultraschallaufnahmen von einer Seele gesehen. :o

Das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. ;-)

Ob ich daran glaube?

Nun, glaube ich daran, dass es Dinge gibt, die wir nicht erklären können?

Klar!

Dass wir uns mit dem Erringen von Erkenntnissen in der Lage sehen, die Natur bis ins Detail irgendwann entschlüsseln zu können, halte ich für anmaßend.

Ich denke, dass egal wie viel Zeit der Menschheit zur Verfügung gestellt wird, immer eine Lücke zwischen dem was ist und dem was wir erklären können klaffen wird.

Es mag sein, dass sie themenbezogen schmaler wird.

Doch wir werden nie alles ergründen. Davon bin ich überzeugt.

Für mich ist Übernatürliches etwas vollkommen natürliches. Wir können es nur (noch) nicht verstehen. :-)

Übernatürliches und Religion

Das Vermischen vom Begriff des Übernatürlichen mit dem der Religion finde ich gewagt.

Denn zunächst hat beides nur das Glauben an etwas miteinander gemein.

Doch möchte ich diese vermeintliche Schnittmenge trotzdem mit aufgreifen.

Denn beides wird oftmals benutzt. -- Um Einfluss auf Menschen zu nehmen; wie auch immer das in der jeweiligen Situation aus der jeweiligen Perspektive auszulegen ist.

Und wie für anerkannte Konfessionen gilt für all das meiner Meinung nach derselbe Grundsatz:

In alledem steckt auch immer etwas wahres. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht.

Man kann daran glauben, sich daran festhalten, darüber nachdenken, sich daran orientieren.

Man kann es auch instrumentalisieren und Glaubende so manipulieren.

Dass sich Menschen darüber streiten hingegen ist in meinen Augen vollkommener Unsinn.

Ein großartiger Film zum Thema Religion und Instrumentalisierung ist „Königreich der Himmel“.

Und ich möchte mit einer Szene aus diesem Film diesen Beitrag abschließen.

Für Gläubige ist die Religion oftmals das, was dem reinen Wissenschaftler seine Wissenschaft ist.

Und doch gibt es meiner Meinung nach etwas, was darüber steht. -- Etwas überreligiöses sozusagen. Oder sollte ich sagen, etwas übernatürliches? ;-)

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Comic-Bild Gregor

Über den Autor

Ich bin Fachinformatiker, Berliner und ganz offensichtlich ein verrückter Blogger. Je nachdem überwiegt das ein oder andere.

Wer mehr über mich erfahren möchte, kann dies auf der „Über mich”-Seite tun, das Kontaktformular nutzen oder mich in einem der sozialen Netzwerke aufsuchen:

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